Oekologische Pluspunkte
Holz als nachwachsender Rohstoff
Holz ist ein nachwachsender Rohstoff. In Deutschland findet zudem eine nachhaltige Forstwirtschaft statt, d.h. es wird weniger Holz entnommen als nachwächst. So beträgt der jährliche Holzzuwachs in Deutschland 80 Mio. m3. Davon werden nur ca. 62 Mio. m3 genutzt.
Die Holzvorräte in Deutschland belaufen sich mittlerweile auf rund 3,4 Mrd. m3 und sind die höchsten in Europa (ohne Russland).
Für die meisten europäischen Länder gilt ebenfalls, daß der jährliche Holzeinschlag geringer ist als der Zuwachs.
Der wichtigste Lieferant für Verpackungsholz ist der heimische Markt.
Holz und Treibhauseffekt
Holz ist CO2-neutral (Photosynthese). Im gesamten Holzvorrat sind in Deutschland schätzungsweise 1,16 Mrd. t Kohlenstoff gebunden. Dies entspricht rund 4,27 Mrd. t CO2. Nicht nur während der Wachstumsphase, sondern auch während der Nutzung des Holzes wird das CO2 gespeichert.
Bezogen auf den Palettenbereich binden die rund 370 Mio. p. a. in Europa hergestellten Holzpaletten nahzu 11 Mio. t CO2.
Nachhaltige Forstwirtschaft und Holznutzung verringern somit den Anstieg der CO2-Konzentration in der Atmosphäre und steuern dem Treibhauseffekt entgegen. Dies unterstützt die Zielsetzung der Bundesregierung, den CO2-Ausstoß in den kommenden Jahren deutlich zu senken
Stoffbilanz zum Aufbau einer Tonne Holz (atro)
| input |
output |
| Kohlendioxid 1851 kg |
Holz 1000 kg |
| Wasser 1082 kg |
Wasser 541 kg |
|
Sauerstoff 1392 kg |
Der durchschnittliche Heizwert von Holz
- Nadelholz 19.300 MJ/t(atro)
- Laubholz 18.100 MJ/t(atro)
(MJ = Mega-Joule, das entspricht 1.000.000 Joule)
Energiebilanz
Zur Gewinnung und Verarbeitung von Holz wird weniger Energie benötigt, als für andere Werkstoffe. Die Energiebilanz einer Holzpalette fällt über den gesamten Lebenszyklus deutlich günstiger als die einer vergleichbaren Kunststoffpalette aus. Das Niederländische Institut TNO hat eine Lebenszyklus-Analyse einer wiederverwendbaren Vierwege-Flachpalette aus Holz und einer vergleichbaren Palette aus HDPE (50% neu, 50% recycelt) durchgeführt. Der gesamte Energieverbrauch (incl. Verwertung) war bei der Kunststoffpalette 4,4 mal so hoch wie bei der Holzpalette.
Emissionen bei Holz- und Kunststoffpaletten
Bei den Luftemissionen über den gesamten Lebenszyklus (Herstellung und Handling) von Holz- und Kunststoffpaletten zeigt sich, daß die Schadstoffemissionen bei der Kunststoffpalette teilweise deutlich höher ausfallen:
- Bei CO das 1,7-fache gegenüber der Holzpalette.
- Bei NOx das 3,2-fache gegenüber der Holzpalette.
- Bei CO2 das 4,8-fache gegenüber der Holzpalette.
- Bei SO2 das 13,3-fache gegenüber der Holzpalette.
Untersuchungen aus Frankreich und Schweden bestätigen die äußerst günstige Energie- und Umweltbilanz von Holzpaletten. Dies gilt selbstverständlich auch für andere Verpackungen aus diesem umweltfreundlichen Werkstoff.
Wasserverbrauch und ggf. Wasserverunreinigungen entstehen ausschließlich bei der Produktion der Kunststoffpalette, da für die Holzpalette kein Wasser benötigt wird.
Verwertung
Da es sich bei Holzpackmitteln um unbehandeltes Holz handelt, läßt sich dieses nach Gebrauch ohne weiteres stofflich und energetisch verwerten. Dies ist im Kreislaufwirtschaftsgesetz und in der Verpackungs-Verordnung auch vorgesehen. Die Forderung einer abfallarmen Produktgestaltung ist somit im Gegensatz zu Kunststoff erfüllt.
Ein Holz-Kunststoff-Verbund erschwert wegen der dann notwendigen Trennung der Materialien das Recycling von Paletten mit Kunststoffklötzen unnötig und steht im Widerspruch zur europäischen Verpackungsrichtlinie.
Nach der Untersuchung des niederländischen Instituts TNO entsteht bei der Holzpalette nur eine geringe Menge an nicht verwertbaren Reststoffen. Im Gegensatz dazu fällt am Ende des Lebenszyklus der Kunststoffpalette (unter Berücksichtigung der Mengen, die recycelt werden) mehr als das Doppelte an industriellem Abfall an.
Holzschutzmittel
Holzpaletten sind frei von Holzschutzmitteln. Dies ist mittlerweile nicht nur in einschlägigen Vorschriften wie beispielsweise für die Europalette (UIC 435-2, S.10) und die Paletten für die chemische Industrie (CP-Bauvor-schriften, S. 2) festgelegt. Das wird auch durch eine Untersuchung des Wilhelm-Klauditz-Institutes (WKI), Braunschweig, aus dem Jahre 1993 belegt. Danach ergab die Untersuchung zahlreicher gebrauchter Paletten und Steigen keinerlei Nachweis von Holzschutzmitteln wie PCP, Lindan oder Dichlofluanid (mit Ausnahme zweier ausländischer Ausreißer).
Fazit des WKI
Da bei Holzpaletten keine Holzschutzmittel Anwendung finden, "liegt ein mit unbehandeltem Waldholz vergleichbarer Brennstoff vor". "Da es sich bei den Holzverpackungen weitgehend um nicht behandeltes Material handelt, dürften bei keiner der genannten Verwertungsmöglichkeiten (Holzwerkstoffindustrie, Kompostierung und energetische Verwertung) nennenswerte Probleme durch Schadstoffeintrag in die Umwelt auftauchen".
Gebrauchseigenschaften von Holz - und Kunststoffpaletten
Außer den o.g. Gründen sind mit dem Einsatz von Kunststoffpaletten folgende Nachteile verbunden:
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Die Ware gerät auf Kunststoff leicht ins Rutschen.
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Die Tragfähigkeit einer Kunststoffpalette ist stark temperaturabhängig. So besitzen die in Paletten verwendeten Kunststoffe einen vergleichsweise niedrigen Schmelzpunkt. Dieser liegt beispielsweise für HDPE bei 130 - 140° C.
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Bei gleicher Abmessung und Tragfähigkeit ist die Palette aus neuem Kunststoff schwerer als die Holzpalette.
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Die Kunststoffpalette ist i.d.R. nicht reparaturfähig. Sie ist bei Beschädigungen auf einen energieaufwendigen Recyclingprozeß angewiesen.
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Es kann zu unerwünschten elektrostatischen Aufladungen bei Kunststoffpaletten kommen.
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Keine Flexibilität in der Fertigung, d.h., die Kunststoffpalette kann aus Kostengründen nur in wenigen Standardabmessungen und als Massenprodukt angeboten werden.
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Hygiene: Die Keimbelastung auf Holzpaletten ist im praktischen Feldversuch um rund 15 % geringer als auf Kunststoffpaletten, so das Ergebnis eines Praxistests des Deutschen Instituts für Lebensmitteltechnik , Quakenbrück, in verschiedenen Lebensmittelbereichen.
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Der Preis liegt deutlich über dem einer vergleichbaren Holzpalette.
Quellen
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Forstabsatzfonds (FAF): Ich, der Wald, bin mehr als Sie denken
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Holzabsatzfonds: Fact sheet - Klima, Wald und Holz
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FAO: Untersuchungen der Food and Agriculture Organization of the United Nations
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Deutsche Gesellschaft für Holzforschung (DGFH): Bewertung von Holz im Vergleich mit anderen Werkstoffen unter dem Aspekt der CO2-Bilanz
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Deutsche Gesellschaft für Holzforschung (DGFH): Informationsdienst Holz - Erstellung von Ökobilanzen für die Forst- und Holzwirtschaft
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BML: Das potentielle Rohholzaufkommen in Deutschland bis zum Jahr 2020
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TNO: Life-Cycle-Analysis of Wood and Plastic Pallets
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Wilhelm-Klauditz-Institut (WKI): Studie zur Durchführbarkeit der
- Timber Packaging & Pallet Confederation (TIMCON): Fragile (Film)
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H. Steinkamp, H. Wilms: Untersuchungen zur Einführung von Hygiene-Paletten aus Holz zum Einsatz in der Lebensmittelindustrie
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